NSA: Nationales Sicherheits-Amt

Buch NSA

Vor rund einem Monat habe ich NSA gelesen. NSA steht für Nationales Sicherheits-Amt und ist ein SciFi-Roman von Andreas Eschbach . Der Autor beschreibt darin eine Welt, in der es bereits im Dritten Reich Computer (Entschuldigung: Komputer), tragbare Telephone, elektrische Briefe und alle über das Weltnetz miteinander verbunden waren. Genauer gesagt beschreibt er Nazi-Deutschland und was das NSA aus dieser dieser allumfassenden Datenfülle macht.

Natürlich ist der Roman nur Fiktion, aber hin und wieder läuft es mir kalt den Rücken runter, wenn man sieht welche Datenspuren wir heute hinterlassen und ich mir vorstelle was ein NAS daraus machen würde. Heute habe ich das Buch einem Kollegen ausgeliehen und ich bin jetzt schon gespannt was er dazu sagt. Ich jedenfalls kann der Buch nur empfehlen.

4. Aug. 2020 (16:56) | gERD Schaufelberger

Moderne Zeiten fressen Bücher

Tier Müll

Ich mag Bücher. Ich mag auch Bücher auf echten Papier. Ich mag es auch Bücher aufzubewahren. Dennoch habe ich Bücher weggeworfen die mir auch ein wenig ans Herz gewachsen waren.

Es waren schöne Bücher und teure Bücher (und auch ganz schön schwere Bücher) die da im Müll gelandet sind. Fachbücher, teilweise veraltet aber sicherlich immer noch voller wertvollem Wissen. Aber ich muss gestehen, dass ich einfach keine Fachbücher mehr Lese. Wissen suche und finde ich im Internet. Hier gibt es Foren-Beiträge, Blog-Artikel, Tutorials, HowTos und ganze Handbücher von der Man-Page bis allumfassenden Dokumentation von Programmiersprachen. Wissen in digitaler Form ist einfach viel praktischer! Allein die Suchfunktion ist bereits KillerApplikation für Bücher auf Papier.

Also habe ich beschlossen den modernen Zeiten wenigsten ein bisschen zu folgen und die Alpapiertonne mit Fachbüchern zu füttern. Bei dem was ich sonst so lese von Kinderbüchern bis zum SciFi-Roman werde ich aber noch wohl noch eine Weile beim echten Buch bleiben - wenigsten solange wie ich noch Platz im Bücherregal habe.

31. Jul. 2020 (19:32) | gERD Schaufelberger

20 Jahre junger Schutz für die Jüngsten

Reitgerte

Ich war schockiert, als ich hörte, dass das Recht auf gewaltfreie Erziehung erst seit zwanzig Jahren im deutschen Gesetz verankert ist. Natürlich kannte ich die Erzählungen meiner Eltern und Großeltern von Lehrern, die mit dem ihre Schüler mit dem Rohrstock züchtigten und auch ich musste als Junge damit rechnen den Hinter versohlt zu bekommen, wenn ich etwas ausgefressen hatte.

Was sich für mich immer so anhörte wie Geschichten aus dem 19ten Jahrhundert, ist in Wirklichkeit noch nicht so lange her. Bis in die 70er Jahre war es Gewohnheitsrecht Schüler mit Prügel zu züchtigen und im Elternhaus sowieso legal. Erst am 6. Juli 2000 beschloss der Bundestag das Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Familie: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung!". Das ist leider noch gar nicht so lange her und es wird wohl auch noch eine Weile brauchen bis sich das herumgesprochen hat.

6. Jul. 2020 (13:53) | gERD Schaufelberger

Erledigt!

erledigt

Die Arbeit geht nie aus - im Gegenteil! To-Do-Listen tendieren dazu immer länger zu werden und Dinge, die man sich schon lange vorgenommen hat, werden immer wieder verschoben, weil etwas dringendes dazwischen kommen. Und von überall kommen neue Aufgaben, per E-Mail, per Messanger, per Telefon oder aus der letzten Video-Konferenz. Vom Chef, von Kollegen, von Projektpartnern und natürlich von Kunden. Alles wichtig, alles dringend. Das alles unter einen Hut zu kriegen ist ein Ding der Unmöglichkeit - und eigentlich hat der Arbeitstag auch nur acht Stunden.

So kommt es hin und wieder vor, dass ich tagelang von einer zur anderen Aufgabe hetzt und scheinbar nichts fertig wird. An solchen Abenden zweifelt man daran, ob man überhaupt etwas geschafft hat. Wenn es mir dann zu deprimierend wird, höre ich auf zu arbeiten und hole die alten Aufgaben hervor - und zwar die erledigten! Zu diesem Zweck sammle ich auch die alten Notizzettel auf denen ich Aufaben notiere. Immer schön eine Aufgabe pro Zettel, ist die Aufgabe erledigt, kommt sie ins Schubfach. Dann kann ich den Erledigt-Stapel herauskramen, in dem schmökern, was mir in letzter Zeit die Zeit greaubt hat und den ganzen Stapel ins Altpapier beförden. Ähnlich gehe ich auch mit alten Tickets im Task-Tracking um - aber bisher bin ich der Versuchung widerstanden, die alten Tickets auszudrucken um sie im Altpapier versenken zu können. Aber befriedigend wäre es schon.

23. Jun. 2020 (17:43) | gERD Schaufelberger

Herausgeputzte Stiefmutter

Böse Stiefmutter

Ich muss zugeben, dass ich das Thema Mehrwertsteuer bisher immer etwas stiefmütterlich behandelt habe. Nicht, dass ich auf Rechnungen keine MwSt (Abkürzung für Mehrwertsteuer) ausgwiesen oder gar dem Finanzamt verschwiegen hätte. Nein, ich hatte einfach den Faktor 19% fest einprogrammieriert und konnte so, wo immer es mir beliebte die MwSt berechnen. Dabei war mir schon immer klar, diese Quick-n-Dirty-Lösung musste irgendwann einer ordentlichen Implementierung weichen. Allerdings hielt mein Provisorium nun schon eine halbe Ewigkeit und ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass der MwSt-Satz für ein halbes Jahr gesenkt werden würde. (Immerhin galt der aktuelle MwSt-Satz bereits 13 Jahre und konnte daher leicht mit einer Naturkonstanten verwechselt werden.)

Jetzt ist es beschlossen: der MwSt-Satz beträgt ab dem ersten Juli 2020 16% (bzw. 5% für den ermäßigten Satz) und dann ab 2021 wieder 19% (bzw. 7%). Als ich davon erfuhr war mir klar, dass sich dieses Problem nicht durch ein einfaches Ersetzten des MwSt-Faktors (aus 19% mach 16%) lösen läßt. Die Zeit für eine ordentliche Implementierung war gekommen! Dabei mussten vor allem die folgenden Probleme angegangen werden:

  • Die 19% im Quellcode mussten durch etwas dynamisches ersetzt werden
  • Es müssen verschiedene MwSt-Sätze (normal und ermäßigt) abgebildet werden
  • Jedes Produkt muss einem MwSt-Satz zuzuordnen sein
  • Jedes Postion in einer Rechnung und einem Angebot muss einem MwSt-Satz zuzuordnen sein
  • MwSt-Sätze können sich ändern - es muss also eine Historie geführt werden
  • Für die MwSt zählt das Datum der Leistungserbringung

Also ging ich daran die MwSt-Sätze in einer Tabelle abzubilden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass es beliebig viele MwSt-Sätzte geben kann, diese können auch von Benutzer des Buchhaltungssystems selbst verwaltet werden. Den Produkten sowie den Rechnungs- und Angebotspositionen einen MwSt-Satz zuzuweisen war reine Fleißarbeit. Daraufhin konnte ich die Hardcoded-19%-Regeln durch eine VAT-API zur Berechnung der MwSt ersetzen. Dabei galt es zu beachten, dass die MwSt-Berechnung sowohl auf dem Server als auch auf Client-Seite (im Browser) statt findet. Die VAT-API musste also durch eine AJAX-Schnittstelle verbunden werden.

Das Problem der Änderungen an einem bestimmten Datum hatte ich bereits für die Produktpreise gelöst. Hier wird jeder Preis mit einem Datum markiert: "Neuer Preis € 20,- gültig ab 1. Dezember 2020." Das vereinfacht zum einen die zeitgenaue Umstellung von Preisen (ohne dass jemand um Mitternacht die neuen Preise eintragen muss) und führt außerdem Protokol, wie sich die Preise entwickelt haben. Das mag zunächst wie ein unnützes Nice-To-Have-Feature erscheinen, erlaubt es aber eine sechs Monate alte Rechnung zu korrigieren und die damals gültigen Preise zu verwenden. Also werden nun auch die MwSt-Sätze mit Historie gepflegt. Dadurch steigt natürlich wiederum die Komplexität der Berechnung: Für die Berechnung der MwSt wird also nicht nur der MwSt-Satz und der Nettobetrag, sondern auch noch ein Datum benötigt.

Das relevante Datum für die Berechnung der MwSt ist das Datum der Leistungserbringung. Egal ob das Unternehmen der Ist- oder der Soll-Besteuerung unterliegt und egal ob es sich um An-, Voraus- oder Abschlagszahlungen handelt. Es ist also durchaus möglich, dass in einer Rechnung 19% und 16% MwSt berechnet werden müssen. Beispielwesweise wenn eine Leistung im Juni und die anderen um Juli erbracht wurde, beide aber im Juli abgerechnet werden. Das macht naturlich die Ausweisung der MwSt auf Rechnungen wieder etwas komplexer. Auch Rabatte können nicht mehr einfach vom Netto-Betrag abgezogen werden. Diese müssen wiederum anteilig die MwSt der verschiedenen Sätze reduzieren. Gleiches gilt für Abschlagszahlungen (Anzahlungen) - auch hier müssen die Verhältnisse der MwSt-Sätze berücksichtigt werden.

So hat sich in der letzten Woche die Stiefmutter Mehrwertsteuer ganz schön herausgeputzt. Zusammen mit dem Shop-, Buchungs- und Veranstaltungssystem muss sich das Buchhaltungssystem nicht hinter dem Ofen verstecken. Im Gegenteil, Aschenputtel muss auf dem Ball ganz schön aufpassen, das nicht die Stiefmutter mit dem Prinzen tanzt.

16. Jun. 2020 (12:24) | gERD Schaufelberger

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