Erledigt!

erledigt

Die Arbeit geht nie aus - im Gegenteil! To-Do-Listen tendieren dazu immer länger zu werden und Dinge, die man sich schon lange vorgenommen hat, werden immer wieder verschoben, weil etwas dringendes dazwischen kommen. Und von überall kommen neue Aufgaben, per E-Mail, per Messanger, per Telefon oder aus der letzten Video-Konferenz. Vom Chef, von Kollegen, von Projektpartnern und natürlich von Kunden. Alles wichtig, alles dringend. Das alles unter einen Hut zu kriegen ist ein Ding der Unmöglichkeit - und eigentlich hat der Arbeitstag auch nur acht Stunden.

So kommt es hin und wieder vor, dass ich tagelang von einer zur anderen Aufgabe hetzt und scheinbar nichts fertig wird. An solchen Abenden zweifelt man daran, ob man überhaupt etwas geschafft hat. Wenn es mir dann zu deprimierend wird, höre ich auf zu arbeiten und hole die alten Aufgaben hervor - und zwar die erledigten! Zu diesem Zweck sammle ich auch die alten Notizzettel auf denen ich Aufaben notiere. Immer schön eine Aufgabe pro Zettel, ist die Aufgabe erledigt, kommt sie ins Schubfach. Dann kann ich den Erledigt-Stapel herauskramen, in dem schmökern, was mir in letzter Zeit die Zeit greaubt hat und den ganzen Stapel ins Altpapier beförden. Ähnlich gehe ich auch mit alten Tickets im Task-Tracking um - aber bisher bin ich der Versuchung widerstanden, die alten Tickets auszudrucken um sie im Altpapier versenken zu können. Aber befriedigend wäre es schon.

23. Jun. 2020 (17:43) | gERD Schaufelberger

Herausgeputzte Stiefmutter

Böse Stiefmutter

Ich muss zugeben, dass ich das Thema Mehrwertsteuer bisher immer etwas stiefmütterlich behandelt habe. Nicht, dass ich auf Rechnungen keine MwSt (Abkürzung für Mehrwertsteuer) ausgwiesen oder gar dem Finanzamt verschwiegen hätte. Nein, ich hatte einfach den Faktor 19% fest einprogrammieriert und konnte so, wo immer es mir beliebte die MwSt berechnen. Dabei war mir schon immer klar, diese Quick-n-Dirty-Lösung musste irgendwann einer ordentlichen Implementierung weichen. Allerdings hielt mein Provisorium nun schon eine halbe Ewigkeit und ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass der MwSt-Satz für ein halbes Jahr gesenkt werden würde. (Immerhin galt der aktuelle MwSt-Satz bereits 13 Jahre und konnte daher leicht mit einer Naturkonstanten verwechselt werden.)

Jetzt ist es beschlossen: der MwSt-Satz beträgt ab dem ersten Juli 2020 16% (bzw. 5% für den ermäßigten Satz) und dann ab 2021 wieder 19% (bzw. 7%). Als ich davon erfuhr war mir klar, dass sich dieses Problem nicht durch ein einfaches Ersetzten des MwSt-Faktors (aus 19% mach 16%) lösen läßt. Die Zeit für eine ordentliche Implementierung war gekommen! Dabei mussten vor allem die folgenden Probleme angegangen werden:

  • Die 19% im Quellcode mussten durch etwas dynamisches ersetzt werden
  • Es müssen verschiedene MwSt-Sätze (normal und ermäßigt) abgebildet werden
  • Jedes Produkt muss einem MwSt-Satz zuzuordnen sein
  • Jedes Postion in einer Rechnung und einem Angebot muss einem MwSt-Satz zuzuordnen sein
  • MwSt-Sätze können sich ändern - es muss also eine Historie geführt werden
  • Für die MwSt zählt das Datum der Leistungserbringung

Also ging ich daran die MwSt-Sätze in einer Tabelle abzubilden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass es beliebig viele MwSt-Sätzte geben kann, diese können auch von Benutzer des Buchhaltungssystems selbst verwaltet werden. Den Produkten sowie den Rechnungs- und Angebotspositionen einen MwSt-Satz zuzuweisen war reine Fleißarbeit. Daraufhin konnte ich die Hardcoded-19%-Regeln durch eine VAT-API zur Berechnung der MwSt ersetzen. Dabei galt es zu beachten, dass die MwSt-Berechnung sowohl auf dem Server als auch auf Client-Seite (im Browser) statt findet. Die VAT-API musste also durch eine AJAX-Schnittstelle verbunden werden.

Das Problem der Änderungen an einem bestimmten Datum hatte ich bereits für die Produktpreise gelöst. Hier wird jeder Preis mit einem Datum markiert: "Neuer Preis € 20,- gültig ab 1. Dezember 2020." Das vereinfacht zum einen die zeitgenaue Umstellung von Preisen (ohne dass jemand um Mitternacht die neuen Preise eintragen muss) und führt außerdem Protokol, wie sich die Preise entwickelt haben. Das mag zunächst wie ein unnützes Nice-To-Have-Feature erscheinen, erlaubt es aber eine sechs Monate alte Rechnung zu korrigieren und die damals gültigen Preise zu verwenden. Also werden nun auch die MwSt-Sätze mit Historie gepflegt. Dadurch steigt natürlich wiederum die Komplexität der Berechnung: Für die Berechnung der MwSt wird also nicht nur der MwSt-Satz und derNettobetrag sondern auch noch ein Datum benötigt.

Das relevante Datum für die Berechnung der MwSt ist das Datum der Leistungserbringung. Egal ob das Unternehmen der Ist- oder der Soll-Besteuerung unterliegt und egal ob es sich um An-, Voraus- oder Abschlagszahlungen handelt. Es ist also durchaus möglich, dass in einer Rechnung 19% und 16% MwSt berechnet werden müssen. Beispielwesweise wenn eine Leistung im Juni und die anderen um Juli erbracht wurde, beide aber im Juli abgerechnet werden. Das macht naturlich die Ausweisung der MwSt auf Rechnungen wieder etwas komplexer. Auch Rabatte können nicht mehr einfach vom Netto-Betrag abgezogen werden. Diese müssen wiederum anteilig die MwSt der verschiedenen Sätze reduzieren. Gleiches gilt für Abschlagszahlungen (Anzahlungen) - auch hier müssen die Verhältnisse der MwSt-Sätze berücksichtigt werden.

So hat sich in der letzten Woche die Stiefmutter Mehrwertsteuer ganz schön herausgeputzt. Zusammen mit dem Shop-, Buchungs- und Veranstaltungssystem muss sich das Buchhaltungssystem nicht hinter dem Ofen verstecken. Im Gegenteil, Aschenputtel muss auf dem Ball ganz schön aufpassen, das nicht die Stiefmutter mit dem Prinzen tanzt.

16. Jun. 2020 (12:24) | gERD Schaufelberger

Zukunfts- und Konjunkturpaket für den Wumms

ITER

Wie bereits bekannt hat die Regierung ein Zukunkft- und Konjunkturpaket auf den Weg gebracht um die Folgen von COVID19 aufzufangen der Rezession entgegen zu wirken. 130 Milliarden Euro pumpt Deutschland in Form von Steuersenkungen und Zuwendungen in den Wirtschaftskreislauf - eine Summe, die sich sicherlich positiv auf die Konjunktur auswirkt.

Aber warum heißt dieses Konjunkturprogramm "Zukunftspaket"? Vielleicht deshalb, weil vor Corona Greta war. Sie hat uns allen vor Augen geführt, dass wir mit unserer Wirtschaftsform keine Zukunft haben. Und jetzt sollen mit neuen Milliarden mehr Waren konsumiert und mehr Autos verkauft werden. Es wird also das Wirtschaftssystem gefördert, das wir eigentlich abschaffen müssen. Man könnte also vermuten, dass der Beinahme Zukunft nur gewählt wurde, weil es besser klingt. Zynisch formuliert steht Zukunft in dem Kunjunkturpaket, dafür den Dinosauriern der deutschen Wirtschaft die Zukunft zu sicher. Mutig ist das nicht.

Mutig wäre gewesen, auf Airlines und Automobilhersteller zu pfeifen und wenigstens die Hälfte des Geldes in die Forschung zu stecken. Ein Projekt, dass immer wieder als zu teuer gebranntmarkt wird ist ITER - der Fusionsreaktor. Ohne Zweifel würde ein funktionierender Fusionsreaktor viele Probleme lösen. Sicher wird es noch Jahre dauern, bis bei dem Forschungsprojekt etwas brauchbares heraus kommt. Aber sicher ist auch, dass man mit Geld die Entwicklung beschleunigen kann. Auf der anderen Seite, ist es Forschung und niemand kann garantieren, ob am Ende wirklich die Sonne auf Erden entsteht. Ebenso wurden auch bei diesem Projekt die Kosten immer wieder nach oben korrigert. Zunächst wurde ITER mit rund € 6 Mrd, veranschlagt, dann wurden es € 7,3 Mrd, 2016 ging man von € 15 Mrd und inzwischen wird mit weiteren € 4,5 Mrd extra bis 2025 kalkuliert.

Dabei steht das I in ITER für international und die Kosten werden nur zu einem kleinen Teil von Deutschland getragen - im Vergleich mit dem Kunjunkturpaket ein lächerlich kleiner Betrag. Wenn wir wirklich "mit Wumms" aus der Krise kommen wollen, könnten wir ITER mit € 20 Mrd supensionieren (auch dass wäre ein Kunjunkturpaket), Brennstoffzellen fördern und den ÖPNV kostenlos machen und vieles mehr. Ansonsten geht es vielleicht mit Wumms gegen die Wand.

15. Jun. 2020 (13:45) | gERD Schaufelberger

Mehrwertsteuer weniger und zurück

Mehrwertsteuersenkung

Am 3. Juni beschloss die Regierungskoalition das Zukunfts- und Konjunkurpaket im Umfang von von 130 Millionen Euro zur Belebung der Konjunktur und Abfederung der COVID19-Auswirkungen. Das ambitioniertes Programm beinhaltet unter anderem ein Kinderbonus und die tempöräre Absenkung der Mehrwertsteuer.

Der Kinderbonus wird einmalig € 300,- pro Kind betragen und an die Eltern ausgeschüttet. Dieses "Geschenk" wird von den Familien sicher gerne angenommen und vielfach für Dinge des täglichen Bedarf, Kleidung, Urlaub und Eisessen ausgegeben. Es ist daher anzunehem, dass dieses Geld direkt wieder in den Wirtschaftskreislauf fließt und somit die Wirtschaft belebt.

Ein andere großer Posten ist die temporäre (vom 1. Juli bis 31. Dezember) Herabsetzung der Mehrwertsteuer (MwSt) von 19% auf 16% beziehungsweise von 7% auf 5%. Die daraus resultierenden geringeren Preise sollen ebenfalls den Konsum anregen und damit wiederum die Konjunktur beleben. Weiter sei die reduzierte MwSt sozail gerecht, da die sie von allen gezahlt wird - so die Kanzlerin in der Pressekonferenz. Ich bezweifle die positiven Auswirkungen dieser Maßnahme.

Da wären zunächst die Aufwände, die durch die Umstellung der Steuersätze entstehen. Allein der bürokratische Aufwand ist enorm. Da müssen Steuersätze und Regeln zur Berechnung angepasst werden. Weiter sehen viele IT-gestützte Systeme sowas wie datumsabhängige Steuersätze gar nicht vor. Welcher Steuersatz gilt, wenn der Artikel im Juni gekauft und die Rechung im Juli erstellt wurde? Oder im September eine Reise für Februar gebucht und die Anzahlung bereits im Oktober fällig wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass in den nächsten zwölf Monaten viele Arbeitsstunden in den Unternehmen diesem Theme gewidmet sein werden. Diese Aufwendungen erzeugen natürlich Kosten, Kosten denen keine Leistung gegenüber steht.

Einen Teil dieser Aufwendungen wird sicherlich von Steuerkanzleien und Buchhaltungsbüros geleistet. Deren Auftragslage sollte also kurzfristig steigen. Ebenso könnten Systemhäuser und Anbiete von Unternehmensoftware profitieren. Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt um in SAP-Aktien zu investieren. :-)

Laut Angaben von Spiegel ist die Senkung der MwSt der teuerste Posten des Konjunkturpaketes - und auch der umstrittenste. Auch ich bin der Meinung, dass dies keine Gute Idee ist. Zum einen verdampft ein großteil der Steuerersparnis an den Aufwänden für die zweifache Umstellung. Zum anderen glaube ich, dass einfachere und effizientere Möglichkeiten gibt die Kauflaune (Konjunktur) anzukurbeln. Beispielsweise könnte man die geplanten Steuersenkungsmilliarden stattdessen einfach an die Bürger des Landes auzahlen. Warum nicht den Kinderbonus von € 300,- auf € 600,- aufstocken? Ich könnte wetten, das Geld würde schnell ausgegeben werden und fließt damit zurück in den Wirtschaftkreislauf. Das würde ganz ohne bürokratischen Aufwand die Konjunktur beleben.

5. Jun. 2020 (08:35) | gERD Schaufelberger

Mit Arbeiten verdient man kein Geld

Abschlagsrechnung Schlussrechnung

Die schmerzliche Erfahrung, dass man mit dem Arbeiten kein Geld verdient musste wohl jeder Selbständige schon machen. Natürlich ist die Arbeit die Grundlage für das Einkommen, auf der anderen Seite ist es genauso wichtig, dass die Arbeit auch entlohnt wird. Daher ist es für einen Freiberufler wie mich besonders wichtig die Finanzen um Auge zu behalten. Dabei mag das Schreiben von Rechnungen eine lästige Tätigkeit sein, um die Einnahmen sicher zu stellen ist sie aber wichtiger als produktiv zu arbeiten.

Weil Rechnungen und Finanzen für Selbstständige so wichtig sind, kann es schmerzhaft werden sie zu vernachlässigen. Aus diesem Grund muss Buchhaltung einfach und intuitiv zu bewältigen sein. Rechnung schreiben darf keine Qual sein und muss in Sekunden erledigt sein - dann lohnt es sich auch für geringe Beträge Rechnungen zu schreiben - Kleinvieh macht schließlich auch Mist. Die Funktion "Rechnung Klonen" ist einer der kleinen Helferlein die das Leben einfach machen. Immer wiederkehrende Rechnungen werden beispielsweise monatlich automatisch erstellt.

Das neueste Feature im Wombat-System sind Abschlagsrechnungen. Diese erlauben zum einen die Ratenzahlung, zum anderen helfen sie dabei große Vorleistungen und damit verbundene Durststrecken zu vermeiden. Abschlagsrechnungen lassen sich mit einem Klick erstellen und auch hier stehen einem wieder kleine Helferlein bereit die lästigen Arbeiten automatisch erledigen. Angefangen von Erstellung der einzelnen Abschlagsrechnungen über das Zuweisen der Beträge bis zur zusammenfassenden Schlussrechnung mit Aufschlüsselung der vereinnahmten Mehrwertsteuer.

Natürlich verdiene ich mit Arbeiten weniger Geld als mit Rechnung-Schreiben aber mit dem Wombat Rechnungssystem kann ich mich schnell und effizient um meine Finanzen kümmern so dass mehr Zeit für produktive Arbeit bleibt.

7. Mai. 2020 (14:30) | gERD Schaufelberger

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