Vier-Tage-Woche

19. Okt. 2016 (08:16) | gERD Schaufelberger

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Ich weiss, wir müssen alle schauen, dass wir irgendwie über die Runden kommen und weniger zu arbeiten ist eigentlich keine Option. Auf der anderen Seite leiden wir darunter, dass wir ständig in Eile sind und die Kinder nur kurz vor dem ins-Bett-Gehen sehen. Wäre es nicht schön nur vier statt fünf Tage die Woche zu arbeiten? Ich weiß, dass dafür noch die einer oder ander Hürden zu nehmen ist und auch die meisten Arbeitgeber sind von solchen Ideen nicht gerade begeistert. Ich möchte die Vier-Tage-Woche (diesemal) allerdings nur von der finanziellen Seite des (Arbeitnehmers) betrachten.

Ein durchschnittlicher Vollzeit-Arbeitnehmer in Deutschland verdient brutto € 43000,- p.a., das sind 3612,- mtl. (alle Zahlen von 2015). Männer bekommen mehr (€ 45720,- p.a) Frauen weniger (€ 37932,- p.a.). In Sachsen sind es € 39400,- p.a., also € 3283,- mtl. Nach allen Abzügen für Sozialversicherungen und Steuern bleiben damit rund € 2050,- mtl netto. Dieser Betrag ist natürlich nicht exakt und kann im persönlichen Fall abweichen - er ist abhängig vom Zusatzbeitrag der Krankenkasse, von der Religion, Steuerklasse und den Freibeträgen (für Kinder) - soll an dieser Stelle aber als Beispiel dienen.

Um die Vier-Tage-Woche zu realisieren muss die Arbeitszeit - und damit der Brutto-Lohn - auf 80% heruntergeschraubt werden. Damit sind es nur nur € 31520,- p.a. und 2627,- mtl. brutto - das sind € 600,- weniger als bei Vollzeit! Das ist eine ganze Menge. Netto sieht das allerdings nicht mehr so schlimm aus, da bleiben noch € 1700,- übrig (mtl). Das sind also nur € 350,- weniger. Nun stellt sich natürlich die Frage: kann ich mit € 1700,- mtl leben und ist mir der freie Wochentag € 350,- wert?

Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber langweilig würde es mir mit einer Vier-Tage-Woche sicherlich nicht werden, im Gegenteil, ich habe soviele Ideen - meine Woche müsste sogar zehn freie Tage haben.

P.S. Man möge mir verzeihen, dass ich an dieser Stelle der Einfachheit halber einige Aspekte habe unter den Tisch fallen lassen. Beispielsweise wird mit geringern Brutto-Lohn auch der Rentenbeitrag und damit die zu erwartende staatlich Rente geringer. Auf der anderen Seite gibt es auch positive Aspekte für Saison-Arbeiter und Steuer-Sparer.

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