Romane schreiben

Romane

Eine Webseite ist kein Roman, soviel ist offensichtlich. Viele Webseiten werden kommerziell betrieben und die Besucher sollen nicht auf die Webseite kommen um sich dort die Zeit mit lesen zu vertreiben. Tatsächlich werden Wesbeiten überhaupt nicht gelesen. Auf der anderen Seite wird viel Aufwand darauf verwendet Texte für Webseiten zu verfassen, die sich wie Romane lesen. Dabei geht es nicht ums Lesen, es geht um Informationen, um Marketing und Verkauf. Natürlich weiß das jeder, dennoch wird man immer wieder von den selben Stricken zu Fall gebracht:

Tl;dr - too long; didn't read

Egal wie ausgefeilt die Texte sind, niemand wird sie lesen. Webseiten werden nicht gelesen, sie werden vielmehr gescannt und im besten Fall überflogen. Besucher einer Webseite suchen normalerweise nach etwas bestimmtem, wenn sie nicht auf dem ersten Blick etwas finden, von dem sie glauben, dass sie auf der richtigen Spur sind, werden sie die Webseite verlassen und ihr Glück wo anderes versuchen. Daher empfehle ich sich kurz zu fassen und die Texte auf das wesentliche zu konzentrieren:

  1. Schritt: Lass alles weg was nicht zur Kernaussage gehört!
  2. Schritt: Happy Talk weglassen! Beispiele: "Schön das sie hier sind", "Danke dass Sie sich für uns entschieden haben", "Wir haben das großartig für sie gemacht", "Wir sind toll!"
  3. Schritt: Lass alle unnötigen Wörter weg.
  4. Schritt: Lass Wörter weg - ich bin sicher es gibt noch mehr zu streichen!
  5. Schritt: Kürze den Text auf die Hälfte!

Stimmungen transportieren

Das geht am einfachsten, wenn emotionsgeladene Bilder den Text unterstützen. Große optische Banner mit dicken Buttons sind dafür ein gutes Werkzeug.

Einfache Sprache

Hast Du schonmal Nachrichten / Artikel in einfacher Sprache gehört / gelesen? Nimm Dir ein Beispiel daran! Jeder Satz hat nur eine (einzige) Aussage. Lange Satzkonstruktionen müssen vermeiden werden. Genauso wie Fremdwörter. Englisch (Genglisch) vermeiden. Fachbegriffe müssen evtl. erklärt werden.

Fachbegriffe verwenden

Die Fachbegriffe sind auch gleichzeitig die Worte nach denen auf Google und Co gesucht wird. Außerdem werden die Fachbegriffe auf Deiner Webseite viel häufiger verwendet als in Standardtexten - das lässt darauf schließen, dass Deine Webseite sich sehr speziell mit diesen Fachgebiet befasst - das gibt Punkte bei Google und Co. Fachbegriffe sind oft Fremdwörter und schwer zu verstehen. Das steht im Widerspruch zur einfachen Sprache. Daher sollten Fachbegriffe ggf. erklärt werden - vielleicht in einem Wörterbuch oder durch Verweise auf Wikipedia. Oder durch einen beschreibenden Satz.

Englisch ist hip und floppt

Englische Begriffe sind in aller Munde und werden gerne als vermeindliche Fachbegriffe verwendet. Ein Problem dabei ist, dass viele Vokablen oder Phrasen nicht oder falsch verstanden und - schlimmer noch - verwendet werden. Ein lustiges Beispiel ist der Parfümerie-Slogan "Come in and find out", das wurde vielmals mit "Komm rein und finde wieder heraus" übersetzt.

Blog

Ich empfehle jedem ein Blog auf der Webseite zu führen. Dort können aktuelle Dinge veröffentlicht werden. Diese müssen noch nicht mal sonderlich zum Thema passen oder besonders sortiert sein - es genügt, wenn es aktuell ist (oder aktuellen Bezug hat). Regelmäßige Artikel halten den Inhalt auf der Webseite frisch. Suchmaschinen lieben Blogs. Es können auch einfach Inhalte sein wie "die neue Saison beginnt" oder internes wie "Sommerfest der Mitarbeiter". Ein paar Zeilen Text und ein stimmungsvolles Bild - fertig, und jeder kann sehen, dass die Webseite und das Unternehmen lebt. Artikel im Blog können auch subjektiv sein. Während die Produktbeschreibungen sehr sachlich und faktenorientiert sind, muss das im Blog nicht der Fall sein. Hier kann man gerne mit einem "das mag ich besonders an A" auf Produkt A verweisen.

Und das beste ist: Im Blog kann man seine Krativität unter Beweis stellen und Romane schreiben - so wie hier!

30. Sep. 2020 (12:03) | gERD Schaufelberger

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