14. Aug. 2026 (16:38)

Haushaltsloch

Deutschland ist weit entfernt von einem ausgeglichenem Haushalt: die Ausgaben sind Jahr für Jahr größer als die Einnahmen und so wird der Schuldenberg immer größer. Aber muss das so sein? Gibt es denn keine Ideen wie man Geld sparen oder mehr einnehmen kann?

Doch, die gibt es! Die Webseite Haushaltsloch.de ist ein Simulator für den Bundeshaushalt. Hier kann man die einzelnen Reformvorschläge durchgehen und der Simulator berechnet wie sich die Reformen auf den Bundeshaushalt auswirken. Beispielsweise würden wir € 5 Mrd sparen, wenn der Neubau von Autobahnen gestoppt wird. Auf der anderen Seite würde es uns € 3 Mrd mehr kosten den Sozialen Wohnungsbau stärker zu fördern. Auf der Einnahmenseite würden wir € 9,3 Mrd verlieren wenn wir die MwSt für pflanzliche Nahrungsmittel von 7% auf 0% senken würden. Dafür würde eine Vermögensteuer für Milliardäre € 30 Mrd bringen und mehr Steuerfander würden weitere € 15 Mrd in die Kassen spülen.

Mag sein, dass die Simulation ihre Schwächen hat, aber man muss ihr lassen, dass sie zeigt wie es gehen kann. Dabei muss man noch nicht mal selbst nachdenken (das wäre ja anstrengend), es genügt die Liste der Reformvorschläge durchzugehen und die guten anzukreuzen. Das geht schnell und macht Spass. So habe ich mir in zehn Minuten einen Haushalt zusammengeklickt der € 10 Mrd Schulden tilgt und einen Überschuss von € 36 Mrd erwirtschaftet. Damit könnten wir noch mehr Schulden tilgen oder der Bund könnte jedem Einwohner € 400,- überweisen.

gERD Schaufelberger

11. Aug. 2026 (15:53)

Gratis müssen gehen

Dieses Jahr haben wir unseren Sommerurlaub in England verbracht - schön, wie es sich gehört mit Sight-Seeing, Strand und Ausflüge in die Natur. Was uns dabei unter anderem auffiel war, dass es auch in England Toiletten gibt. Öffentliche Toiletten meine ich.

Das wäre an sich nicht erwähnenswert, wenn ich nicht das Gefühl hätte, dass es bei uns zu wenig öffentliche Toiletten gibt, diese oft nicht sauber sind, aus ungemütlichen randalesicherem Edelstahl bestehen und man bezahlen muss. (Vielleicht ist das aber auch nur die verzerrte Wahrnehmung eines alten Mannes.) In England scheint das anders zu sein. Hier gibt es öffentliche Toiletten am Strand, in der Stadt, im Dorf, am Park und irgendwie immer dort wo sie gebraucht werden. Diese sind in der Regel kostenlos und gepflegt, so dass man hier gerne müssen geht.

Von diesem kostenlosen Service sollten sich deutsche Kommunen einen Scheibe abschneiden (finde ich). Natürlich würden wir diese gratis Toiletten indirekt über Steuern wieder bezahlen müssen, aber es würde unser Land für alle ein wenig lebenswerter machen und niemand müsste sich etwas verkneifen nur weil gerade kein Euro zu Hand ist oder die gesammelten Flaschen erst in Bargeld getauscht werden müssen.

gERD Schaufelberger

11. Juli 2026 (07:29)

Silbermünzen - das Gold für Arme

Im Herbst 2015 habe ich ein paar Silbermünzen gekauft und mich nicht mehr darum gekümmert. Zehn Jahre später musste ich feststellen, dass dies eines meiner besten Investments ist. Aber der Reihe nach:

Die Idee Gold als Geldanlage zu nutzen ist weder neu noch von mir. Viele nutzen Gold um ihr Vermögen vor der Inflation zu schützen und gerade in Krisenzeiten fliehen einige Anleger von der heimischen Währung (der sie nicht mehr trauen) in Gold. Der steigende Goldpreis (vor allem seit dem Ende das Bretton-Woods-Systems ) gibt dem recht und geht sogar deutlich über die Inflationsrate hinaus. In Gold zu investieren hat sich also bisher gelohnt. Der Preis für eine Feinunze Gold betrug im Januar 2016 € 1000,14 (Silber € 12,93), im Dezember 2025 muss man € 3662,35 für 1oz Gold bezahlen (Silber € 52,77).

Das „Problem“ mit dem Gold ist aber der hohe Preis, der natürlich gerade für Kleinanleger - meine Wenigkeit - abschreckend ist. € 1000,- für 1oz Gold auf den Tisch zu legen ist schon ein ganz schöner Batzen. Viel angehmer ist es doch, mit einem monatlichen Sparplan von € 50,- oder € 100,- anzufangen - das tut nicht weh und läuft nebenbei mit. Will man aber physisches Gold kaufen - also Barren oder Münzen - gibt es immer einen Mengenrabatt. Logisch, denn die Herstellung eines kleinen 1g Goldbarren ist genauso aufwendig wie die eines großen 1kg Barrens. Bei Münzen kommt zudem noch der Aufpreis für die Prägung dazu. Als Anleger muss man sich also entscheiden viel Geld für „günstige“ große Barren auszugeben oder wenig Geld für „teure“ kleine Münzen.

Aber, es gibt auch vom Gold abgeleitete Produkte. Diese „lösen“ viele dieser Problem und haben noch einen weiteren Vorteil: man kann Gold kaufen, ohne die Barren zu Hause unter dem Kopfkissen stapeln zu müssen. Nur kauft man statt echtem Gold beispielsweise ein Zertifikat . Das ist wiederum ist „nur“ eine Schuldverschreibung, sprich der Emittend (die Bank) schuldet einem - angelehnt an den Kurswert des Goldes - Geld. Das ist praktisch, weil sich Zertifikate leichter handeln lassen als Goldbarren, verfehlt aber das Ziel der Krisensicherheit: Geht der Emittend pleite, ist das Zertifikat wertlos, der Goldbarren liegt immer noch unter dem Kopfkissen.

Gerade die Krisensicherheit von Gold empfand ich aber besonders attraktiv: Wenn das System zusammenbricht , Bankkarten nicht mehr funktionieren und niemand mehr Euros oder Dollars haben will, hat Gold wahrscheinlich immer noch seinen Wert. Dann sind kleine Münzen natürlich viel praktischer als große Barren und Silber praktischer als Gold: So kann man mit einer 1oz Silbermünze wahrscheinlich ein Mittagessen im Restaurant bezahlen. Mit einer 1oz Goldmünze, die (zur Zeit) rund 75mal so viel wert ist, wird das aber kompliziert. Mit diesen Überlegungen begann ich mich für Silbermünzen zu interessieren.

Zu dieser Zeit erreichten uns ständig Hiobsbotschaften aus Griechenland : das hochverschuldete Land limitierte Überweisungen ins Ausland und das Abheben von Bargeld. Während die Griechen zu extremen Einsparungen gezwungen wurden, befürchtete der Rest der Eurozone mit in die Schuldekrise gezogen zu werden - zumal die anderen Länder auch mit Schulden und Problemen in der Wirtschaft zu kämpfen hatten.

Also legte ich mir meinen eigenen kurzfristigen Sparplan zurecht: Ich entschied mich dafür Anlagemünzen zu kaufen, genauer gesagt die canadische Maple Leaf - eine weltweit bekannte und günstigste Münze. Also ging ich hin und wieder nach der Arbeit beim lokalen Münzhändler vorbei und kaufte ein paar Maple Leaf. Dabei musste ich feststellen, dass ich nicht der einzige war. Offensichtlich gibt es in unserer Stadt einige Menschen, die keine Sammlermünzen sondern Anlagemünzen und Barren kaufen - und das in größeren Mengen! Ich - als Kleinanlager - begnügte mich mir der absoluten Standardmünze: 1oz Silber für unter € 20,- pro Stück. Viele habe ich davon nicht gekauft, aber genug um damit ein paar warme Mahlzeiten zu finanzieren, wenn es sein muss.

Viele Freunde, denen ich damals davon erzählt habe, haben mich belächelt und hielten mich für wenigsten ein kleines bisschen paranoid. Heute würden sie das vielleicht immer noch tun. Denn ganz ehrlich gesagt liegen die Münzen einfach nur herum, sind schwer und nehmen Platz weg. Der Euro ist immer noch eine harte Währung und überall kann man bargeldlos bezahlen.

Betrachtet man die Silbermünzen aber als Investment, sind sie seit dem Kauf stark gestiegen. Eine Münze, die ich vor zehn Jahren für € 20,- gekauft habe, kann ich heute für € 55,- verkaufen. (Will man eine Münze kaufen, muss man € 63,- ausgeben.) Das entspricht einer jählichen Verzinsung von gut 10%. Das ist viel besser als das Tagesgeldkonto, das Festegeld (bei einer Bank) oder irgendeine Kapitallebensversicherung (kapitalgedeckte Rentenversicherung). Es ist sogar ein wenig besser als der MSCI-World Index (9,5%) und damit ist es eines meiner besten Investments, die ich je getätigt habe. Das dumme daran ist nur, dass mir das bei der handvoll Münzen in meinem Besitz auch nur ein paar hundert Euro einbringt :-)

gERD Schaufelberger

6. Juli 2026 (08:04)

Investment Forex und Crypto

Wie das so ist, hatte ich ein paar Jahre nachdem ich den ersten gut bezahlten Job angenommen hatte ein kleines aber ansehnliches finanzielles Polster angelegt. So konnte ich jeden Monat ein paar hundert Euro aufs Tagesgeldkonto überweisen und musste trotzdem nicht auf Konsum (Urlaub) verzichten. Zu dieser Zeit zeigte mir ein Freund die farbenfrohe Welt des Devisenmarkt: Forex .

Was dort passiert fand ich erstaunlich, denn anstatt auf steigende (oder fallende) Kurse zu setzten nutzt man einfach die Kursschwankungen aus: man kauft bei einem vermeindlich billigen Kurs ein, wartet bis sich der Kurs ein wenig in die Höhe „geschwankt“ hat und verkauft dann mit ein paar Cent Gewinn. Gehandelt wird am Devisenmarkt immer mit Währungspaaren, also z.B. Dollar gegen Euro (USD/EUR) (oder britische Pfund gegen japanische Yen). Das bedeutet man tauscht EUR gegen USD. Wenn der USD gegenüber dem EUR dann gestiegen ist tauscht man wieder zurück und hat dann mehr EUR als am Anfang - man will ja schließlich Geld verdienen. Weil aber die Kursschwankungen so klein sind, muss man mit einem Hebel arbeiten: Mit einer Sicherheit von 1 EUR leihe ich mir 100 EUR und tausche diese gegen USD für einen Kurs von EUR/USD 1.00. Steigt der Kurs auf 100,5 Cent, tausche ich wieder zurück und habe auf einmal EUR 100,50. Wie man sieht „verdient“ man bei einem Trade nur ein paar Cent, aber dank diverser Trading-Bots, kann man leicht viele Trades in am Tag oder in der Stunde machen. Dabei sind die Bots sehr flexibel und lassen sich durch eigene Programmierung und Regeln erweitern. Man kann beispielsweise einen Bot anweisen, dass er nicht gleich verkauft sondern den Kurs weiter steigen lässt und gleichzeitig bei einem Kurseinbruch die Notbremse zieht, so dass ein Trade der einmal in die Gewinnzone gerutscht ist nicht mehr verlieren kann und viel mehr Geld verdient als mit starren Regeln.

Umgekehrt ist es aber so, dass der Trade sofort augelöst wird, wenn der aktuelle Kursverlust die Sicherheit aufgeffressen hat. In unserem Beispiel wäre das der Fall, wenn der Kurs auf 0,99 Cent gefallen ist. Dann tauscht die Bank meine EUR/USD sofort zurück und streicht die Sicherheit ein. Außerdem gibt es noch eine kleine Gebühr - den Spread - das heißt das der Kurs beim Eintauschen immer höher ist als beim Zurücktauschen - damit verdient die Bank bei jedem Trade Geld. Der Spread ist zwar nur ein Bruchteil eines Cents, summiert sich aber, weil immer 100 oder 1000 EUR/USD (oder mehr) gehandelt werden. Der Spread bedeutet außerdem, dass man jeden Trade mit einem Minus startet - ich muss also immer darauf hoffen, dass sich der Kurs um mindestens den Spread verbessert um keine Verluste zu machen.

Mich hat das alles fasziniert und es hat sehr viel Spaß gemacht den Trades zu zusehen wie sie sich entwickeln: Manche liefen gut und haben Gewinne nach Hause gebracht und andere die hinterlegte Sicherheit angeknabbert. Außerdem war es geradezu eine Sucht die Trading-Bots zu optimieren oder gar eigene zu programmieren. Wie das immer so ist, lief es eine Zeitlang sehr gut und ich hatte mein Bots soweit, dass sie pro Trade nicht nur 10 Cent sondern oft viel mehr als 2 Euro verdienten. Oder eben 1 Euro Verlust machten. Irgendwann waren die Kurse nicht mehr so „berechenbar“ und mehr und mehr Trades mussten mit Verlust geschlossen werden. Am Ende gab ich mit mehrern tausend Euro Verlust auf und schloss mein Trading-Konto.

Viele Jahre später investierte ich wieder in Kursschwankungen - dieses Mal in Crypto-Währungen. Weil hier die Kursschwankungen tatsächlich so groß sind, muss man hier nicht mit Hebeln arbeiten um „Gewinne“ zu machen. Das hat den Vorteil, dass die Bank die verlustrreichen Trades schließt sobald die Sicherheit aufgebraucht ist. Das bedeutet, dass man, wenn die Crypto-Währung wertlos ist, man nicht mit nichts da steht - man hat dann immernoch einen Haufen wertloser Crypto-Coins im Wallet. Die kann man dann aufbewahren für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich der Kurs wieder erholt.

Um es kurz zu machen, hatte ich auch bei diesen Kurschwankungen eine ganz Weile Erfolge die Mut machten. An Ende allerdings vielen die Kurse aber so stark, dass meine Wallets nur noch einen Bruchteil der investierten Summe wert sind. Zu Gute halten möchte ich mir aber, dass ich aus der Forex-Vergangenheit gelernt und nur sehr wenig echtes Geld investiert habe - die Verluste tun dieses Mal also nicht weh. Zusammenfassend kann man sagen dass die Spekulation auf Kursschwankungen eine große Zockerei mit erheblichen Suchtpotential sind.

gERD Schaufelberger

1. Juli 2026 (07:30)

ETFs für faule Ignoranten

Da ich zu faul bin mich großartig mit Aktien zu beschäftigen und die Kurse einzelner Unternehmen nicht vorhersagbar sind, habe ich mein Geld in recht breit gestreute Fonds angelegt. Damit meine ich natürlich ETFs - also Fonds die an der Börse gehandelt werden und nicht von der Hausbank. Außerdem setze ich auf Index-basierte Fonds, also solche die ganz stumpf einen Aktienindex abbilden und sich damit automatisch durchschnittlich entwicklen. Im Gegensatz dazu gibt es viel Fonds, die von Managern aktiv betreut und ständig optimiert werden um eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Weil dies auf lange Sicht sowieso nicht funktioniert und niemand die Zukunft voraussagen kann, optimiere ich lieber die Kosten: TER (Total Expense Ratio). Die TER beinhaltet auch die Kosten für die Verwaltung der Fonds und betragen bei aktivem Management durchaus 1,5% bis 2,5% und mehr. Bei index-basierten Fonds gibt es keine Fond-Manager, weshalb die TER normalerweise deutlich unter 0.5% liegt. Da diese Gebühren jedes Jahr berechnet werden knabbern sie ganz schön an der Rendite. Steigt der Fond beispielsweise um 5% (also von € 100,- auf € 105,-) behält die Fonds-Gesellschaft 2% (€ 2,-) Gebühren und reduziert die Netto-Rendite damit auf 3% (€ 3,-). Ein Index ETF, der im gleichen Jahr um lediglich 4% steigt (also von € 100,- auf € 104,-) kostet nur 0,5% (€ 0,50) Gebühren und hat somit eine Netto-Rendite von 3,5% (€ 3,50). Das bedeutet, dass die Fond-Manager viel besser als der Durschnitt sein müssen, weil sonst der Renditevorteil von den Kosten aufgefressen werden - wenn es überhaupt einen Vorteil gibt.

Den Löwenanteil meines Investments macht dabei ein ETF der den wohl bekanntesten Index abbildet MSCI World . Die Kosten (TER) sind mit 0,15% überschaubar und der Kurs des Fonds ist im jetzten Jahr um erfreuliche 10% gestiegen. Die Jahre davor verliefen ebenfalls positiv und so hat sich der Kurs in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Vor rund zwei Jahren habe ich ein paar Halbleiter Index ETF gekauft. Auch hier sind die Kosten mit 0,35% noch in Ordnung und ich entschied mich einfach mit der naiven Annahme, dass Transistoren und Chips in Zukunft sicherlich weiter gebraucht werden und die Digitalisierung eher zu nimmt. Diese ETFs ist natürlich bei weitem nicht so breit gestreut und man braucht schon das Glück mit dem Würfel die richtige Branche ausgewählt zu haben. Das hatte ich auch, denn die ETFs ( iShare MSCI Global Semiconductors und VanEck Semiconductor ) sind in den letzten zwei Jahren um mehr als 200% gestiegen.

Natürlich habe ich mich darüber geärgert nicht mehr Halbleiter ETFs gekauft zu haben - auf der anderen Seite hat vor dem AI-Boom niemand den Trend voraus gesehen oder gar dass die Preise für Computerhardware einmal steigen würden. Wie gesagt, niemand kennt die Zukunft und kein Börsen-Profi kennt die Kurse von morgen oder die Lottozahlen von nächster Woche. Aber mit Index-ETF habe ich wenigstens die Möglichkeit am allgemeinen Wirtschaftwachstum teilzuhaben.

gERD Schaufelberger