ETFs für faule Ignoranten
Da ich zu faul bin mich großartig mit Aktien zu beschäftigen und die Kurse einzelner Unternehmen nicht vorhersagbar sind, habe ich mein Geld in recht breit gestreute Fonds angelegt. Damit meine ich natürlich ETFs - also Fonds die an der Börse gehandelt werden und nicht von der Hausbank. Außerdem setze ich auf Index-basierte Fonds, also solche die ganz stumpf einen Aktienindex abbilden und sich damit automatisch durchschnittlich entwicklen. Im Gegensatz dazu gibt es viel Fonds, die von Managern aktiv betreut und ständig optimiert werden um eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Weil dies auf lange Sicht sowieso nicht funktioniert und niemand die Zukunft voraussagen kann, optimiere ich lieber die Kosten: TER (Total Expense Ratio). Die TER beinhaltet auch die Kosten für die Verwaltung der Fonds und betragen bei aktivem Management durchaus 1,5% bis 2,5% und mehr. Bei index-basierten Fonds gibt es keine Fond-Manager, weshalb die TER normalerweise deutlich unter 0.5% liegt. Da diese Gebühren jedes Jahr berechnet werden knabbern sie ganz schön an der Rendite. Steigt der Fond beispielsweise um 5% (also von € 100,- auf € 105,-) behält die Fonds-Gesellschaft 2% (€ 2,-) Gebühren und reduziert die Netto-Rendite damit auf 3% (€ 3,-). Ein Index ETF, der im gleichen Jahr um lediglich 4% steigt (also von € 100,- auf € 104,-) kostet nur 0,5% (€ 0,50) Gebühren und hat somit eine Netto-Rendite von 3,5% (€ 3,50). Das bedeutet, dass die Fond-Manager viel besser als der Durschnitt sein müssen, weil sonst der Renditevorteil von den Kosten aufgefressen werden - wenn es überhaupt einen Vorteil gibt.
Den Löwenanteil meines Investments macht dabei ein ETF der den wohl bekanntesten Index abbildet MSCI World . Die Kosten (TER) sind mit 0,15% überschaubar und der Kurs des Fonds ist im jetzten Jahr um erfreuliche 10% gestiegen. Die Jahre davor verliefen ebenfalls positiv und so hat sich der Kurs in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Vor rund zwei Jahren habe ich ein paar Halbleiter Index ETF gekauft. Auch hier sind die Kosten mit 0,35% noch in Ordnung und ich entschied mich einfach mit der naiven Annahme, dass Transistoren und Chips in Zukunft sicherlich weiter gebraucht werden und die Digitalisierung eher zu nimmt. Diese ETFs ist natürlich bei weitem nicht so breit gestreut und man braucht schon das Glück mit dem Würfel die richtige Branche ausgewählt zu haben. Das hatte ich auch, denn die ETFs ( iShare MSCI Global Semiconductors und VanEck Semiconductor ) sind in den letzten zwei Jahren um mehr als 200% gestiegen.
Natürlich habe ich mich darüber geärgert nicht mehr Halbleiter ETFs gekauft zu haben - auf der anderen Seite hat vor dem AI-Boom niemand den Trend voraus gesehen oder gar dass die Preise für Computerhardware einmal steigen würden. Wie gesagt, niemand kennt die Zukunft und kein Börsen-Profi kennt die Kurse von morgen oder die Lottozahlen von nächster Woche. Aber mit Index-ETF habe ich wenigstens die Möglichkeit am allgemeinen Wirtschaftwachstum teilzuhaben.
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