Drohnen-Start-Up
Im Jahr 2010 habe ich zusammen mit einem Freund angefangen Drohnen zu bauen. Diese Fluggeräte hießen damals noch (Quadro-) Kopter und waren nur etwas für Nerds. Aber ganz abgesehen vom Spaß an der Sache, hatten wir schon immer die Anwendung im Auge: Für uns war eine Drohne ein Ding, mit dem man irgendein Gerät in die Luft hängen kann: daraus entstand die Firma Airclip und brachte Kameras, Feinstaubmessgeräte und andere Nutzlasten zum Schweben.
Wie bei so vielen anderen Start-Ups investierten wir einiges an Geld und sehr viel Arbeitszeit. Die ersten Jahre warf das Unternehmen gerade genug ab, um unsere Ausgaben zu decken. Erst später konnten wir es uns erlauben wenigsten ein kleines Geschäftsführergehalt auszuzahlen - umgerechnet auf die Arbeitszeit weit unter Mindestlohn! Erst später, als die Firma die eigenen Entwicklungen eingestellt und die Geschäftstätigkeit auf Schulungen und Handel verschoben hatte, ging es aufwärts. Inzwischen geht es der Firma gut und sie ist stark gewachsen.
Ich selbst kann davon leider nicht mehr profitierten. Denn wie es in vielen Start-Ups passiert, kam es auch bei uns zu Meinungsverschiedenheiten. Nach langem hin und her und vielen schlaflosen Nächten einigten wir uns: Ich musste meine Anteile abtreten und erhielt eine kleine Abfindung. Vom weiteren Erfolg der Firma kann ich also nicht profitieren und auch die Abfindung ist, gemessen an den investierten Stunden nur ein Almosen. Auf der anderen Seite enden viele solcher Streitigkeiten vor dem finanziellen Ruin, so gesehen kann ich mich glücklich schätzen.
Betrachtet man das als Investition in ein Drohnen-Start-Up muss ich klar sagen, dass es sich für mich (finanziell) überhaupt nicht gelohnt hat. Tatsächlich habe ich während dieser Zeit ein paar vielversprechende Job-Angebote ausgeschlagen und man kann sagen, meine berufliche Entwicklung war eine Sackgasse, aus der ich nach dem Ausscheiden aus der Firma erst wieder herauskommen musste. Auf der anderen Seite hatte ich sehr viel Spaß, habe einiges gelernt und viele Menschen getroffen. Trotz der geringen Entlohung war die meiste Zeit eine gute Zeit, die mein Leben geprägt hat. Zusammenfassend könnte man dieses „Investment“ wohl mit dem Satz: „Viel Rauch um nichts“ zusammenfassen.
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