Plattenbau-Betongold
Diese Wohnung in einem Plattenbau zu kaufen, ist nach wie vor eines meiner besten Investitionen. Obwohl bei den DDR-Wohnblocks viele die Nase rümpfen und auch hier nicht alles glatt ging.
Nach der Lektüre diverser Investment-Ratgeber habe ich begonnen mich für Immobilien zu interessieren. Die Idee, dass eine vermietet Wohnung jeden Monat einen positiven Cashflow erzeugt faszinierte mich und so ging ich auf die Suche und kaufte im Herbst 2014 meine erste Wohnung. Weil Immobilien teuer sind und mein Budget klein, kamen für mich nur billige Wohnungen in Frage. Deshalb ist die Wohnung nicht in der großen Stadt, sondern 20 km entfernt im Speckgürtel von Dresden. Es ist auch keine besonders schöne Wohnung oder ein hübsches Gebäude, vielmehr handelt es sich um eine einfache 3-Zimmerwohnung in einem fünfstöckigen DDR-Plattenbau des Typs WBS 70 von einheimischen immer noch Neubauwohnungen genannt.
Positiv muss man erwähnen, dass der Wohnblock allein durch seine Größe (120 Wohnungen) und einfache Bauweise recht niedrige Instandhaltungs- (für mich) und Nebenkosten (für die Mieter) aufweist. In Kombination mit dem Fernwärmeanschluss und den niedrigen Mieten ist ein großes Plus - für den Mieter, weil es nicht so teuer ist, für mich weil sich die Wohnung mehr Menschen leisten können. Auch die Lage am Stadtrand ist nicht unattraktiv: es gibt Einkäufsmöglichkeiten um die Ecke, Kindergärten in Laufreichweite, Schulen im Ort und mit dem Bus ist man gut an das ÖPNV-Netz angebunden und trotzdem ist man im Grünen. Außerdem sorgt die Hausgemeinschaft kontinuierlich für den Werterhalt der gesamten Wohnanlage und dafür, dass alles ordentlich aussieht.
Auf der anderen Seite wäre es naiv große Gewinne zu erwarten. Die Wohnung ist ja gerade deshalb attraktiv, weil die Miete günstig ist. Und weil ich die Wohnung günstig erworben habe, reicht eine kleine Miete aus, damit jeden Monat etwas für mich hängen bleibt. Konkret standen (2014) lediglich € 287,50 Kaltmiete (monatlich) auf der Einnahmenseite. Dem stehen Kosten für Instandhaltung, Verwaltung etc. von € 100,- und Kapitalaufwendungen von € 110,- (für Zins und Tilgung) gegenüber. Bleibt ein Überschuss von € 77,50. Das ist zwar nicht viel, aber deutlich über Null. Natürlich ist inzwischen die Miete etwas gestiegen und dadurch auch der monatliche Cashflow. Weiter wird der Kredit Ende 2026 abbezahlt sein und dann fließt der Löwenanteil der Miete auf mein Konto.
Obwohl auch bei diesem Investment nicht alles glatt ging und es damals fast unmöglich war eine Bank zu finden, die für die Wohung einen Kredit geben wollte, hat sich die Wohnung inzwischen ammortisiert. Der monatlich Cashflow hilft mir mein Leben zu bestreiten und macht mich unabhängiger. Zudem kann man die Preissteigerungen für Immobilien als besonderen Bonus ansehen: die Wohnung ist jetzt viel mehr wert als ich 2014 dafür bezahlt habe. Dabei habe ich nicht vor die Wohnung zu verkaufen - es ist nur ein beruhigendes Gefühl, dass ich es könnte. Ja, diese Wohnung ist eines meiner besten Investments und auch hier zeigt sich, dass der Einkaufspreis entscheidend ist.
Suche
Aktuelle Artikel
| Fr | 19. Juni | Plattenbau-Betongold |
| Fr | 12. Juni | Mit Schiffen Geld versenkt |
| So | 7. Juni | Das Investment-Nähkästchen |
| Mi | 3. Juni | Ich bin ja kein Nazi, aber... |
| Mo | 5. Januar | Fokusiert |
| So | 21. Dezember | Weihnachtsmärchen vom Tellerwäscher |
| Do | 11. Dezember | Modern Stalking |