3. Jun. 2026 (14:29)

Ich bin ja kein Nazi, aber...

Wenn Sätze so beginnen folgen meist fremdenfeindliche Äußerungen oder es werden diejenige in den Schmutz gezogen denen es in unserer Gesellschaft am schlechtesten geht. Mein inneres ich lässt dann zuerst die Kinnlade fallen, seufz hilfesuchend und schlägt die Hand gegen Stirn. Kommen solche Äußerdungen von Freunden, Bekannten oder aus dem Kreis der Familie ist die nächste Reaktion Enttäuschung gepaart mit Fremdschämen, denn eigentlich dachte man, der Mensch gegenüber wäre ganz in Ordnung. Als drittes folgt der Impuls etwas dagegen zu tun - solche Äußerungen dürfen nicht unkommentiert stehen bleiben . Sonst glaubt es womöglich am Ende noch jemand!

Aber mit Rechten zu diskutieren stufe ich als mindestens schwierig ein. Zum einen weil es schwer ist bei diesen stimmungsaufgeladenen Themen mit Argumenten zu überzeugen und zum anderen weil ich eigentlich nicht schon wieder der sein will, der die Stimmung durch politische Diskussionen kaputt macht. Außerdem bin selbst ich nicht allwissend und oft verunsichert, ob in der gerade gehörten Aussage nicht doch ein Funken Wahrheit steckt. Viel zu oft schlucke ich dann meinen Unmut hinunter, halten den Mund und wende mich ab. Dabei wäre es besser den Mund auf zu machen und die Debatte auszutragen.

Anfangen kann man eigentlich immer mit „Das stimmt so nicht!“. Und genau so heißt ein kleines Büchlein das Orientierung geben und Werkzeug sein will. Das Buch ist in Zehn Themen von Finanzielle Ungleichheit über Klimakrise, Geschlechtergerechtigkeit, Rassismus, Flucht und Migraton bis zu digitaler Gewalt gegliedert und listet Argumente und Fakten ähnlich wie ein Nachschlagewerk auf. Zusammengetragen wurden die Texte von Organisationen wir Fridays for Future, Mein Grundeinkommen und HateAid.

Buch: Das stimmt! ... so nicht

Das Buch gibt es für nur einen Euro in echtem Papier und kostenlos zum Download. Ich jedenfalls habe es mir sofort heruntergeladen und bestellt und mir vorgenommen in Zukunft kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen. Denn selbst wenn ich mein Gegenüber nicht überzeugen kann, sollte er spüren, dass er nicht die schweigende Mehrheit ist.

gERD Schaufelberger

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